Sonntag, 15. April 2018

Viva la Menstruation! - Menstruationstassen & Ihre Vorteile

Ja, diesmal gibt es mal einen Post nur für die Ladys unter meinen Lesern. Nein, nicht weil ich sexistisch bin, sondern weil die männlichen Personen unter uns einfach keine Gebärmutter haben. 

Denn heute geht es um Menstruationstassen. Was ihr schreit gleich „Bäh“ ? Erst lesen, dann urteilen!


„Wenn man Schwänze, Sperma, Blut oder andere Körperflüssigkeiten eklig findet, kann man‘s mit dem Sex auch direkt bleiben lassen.“
Charlotte Roche
Was ist das eigentlich?

Eine Menstruationstasse ist eine Alternative zu Binden oder Tampons. 
Die "Tasse" ist ein kleiner Becher aus meistens weichem Silikon, der in die Vagina eingeführt wird und dort das Menstruationsblut auffängt. Da man die Tassen sehr lange benutzen kann, sind sie wesentlich umweltfreundlicher und auch günstiger als Tampons. 

Statt die Flüssigkeit auszusaugen und dadurch die Scheidenflora zu benachteiligen, sammeln die Tassen nur das Blut auf. 

IHHHHH wie unhygienisch - NEIN, eben nicht!

Menstruationstassen sind aus reinem und für Medizintechnik entwickeltem Silikon. Im Gegensatz zu Tampons, die mit vielen Chemikalien behandelt werden, kann sich nichts festsetzen und es können auch keine Erreger in die Vagina eindringen. Das ist besonders für Mädels spannend, die oft an Blasenentzündungen leiden. Wie mein Freund so gerne sagt: „Empfindliche Muschis müssen sorgsam behandelt werden.“

Natürlich sollte man sich bei den Tassen dennoch an die Hygienerichtlinien halten: abkochen oder sterilisieren, das Material macht das ohne Probleme mit. 

Übrigens ist Blut, besonders das eigene, nun wirklich kein Grund sich zu ekeln. Auch wenn die Menstruation noch immer ein Thema ist über das die wenigsten offen reden: Niemand wird mit einem Zombie Virus infiziert, nur weil er etwas Menstruationsblut abbekommt. 

Bei der richtigen Anwendung und Handhabe der Tassen, läuft man jedoch wenig Gefahrsich die Hände schmutzig zu machen. 

Die Vorteile:

  • hygienischer 
  • kein Bändchen im Schlüpfer 
  • keine Chemikalien wie Bleiche 
  • weniger Gefahr an einem toxischen Schocksyndrom zu erkranken
  • umweltfreundlicher 
  • günstiger 
  • kein riechender Mülleimer mehr
  • bequemer 
  • nur noch EINE Sache die man mit sich herum schleppen muss 
  • kein panisches "Ich habe keine Tampons mehr"

Wie benutzt man denn so eine Tasse?

1. Falten

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten die Tasse zu Falten. 
Ich mache es immer wie folgt: Daumen auf den oberen Rand legen und ca. bis in die Mitte des Cups herunter drücken. 

Natürlich gibt es hier je nach Hersteller Unterschiede, bei einigen Cups geht das leichter als bei anderen. Aber keine Sorge, ein Kraftakt wird das in keinem Fall. 

Übrigens gibt es die Tassen in verschiedenen Größen. Ich habe eine S gewählt. 

2. Einführen

Egal, ob im Sitzen, Stehen oder Hocken: mit der freien Hand die Schamlippen trennen und die gefaltete Menstruationstasse waagrecht einführen. Beim Einführen merkt man bereits wie der Cup wieder „aufgeht“, einfach in geeignete Position schieben. Der Stiel sollte nicht mehr ganz heraus schauen, aber noch einfach zu erreichen sein. Fertig. 

3. Raus damit!

Auch das ist simpel: Mit Daumen und Zeigefinger den Stiel fassen und langsam ziehen,  bis man den Boden zu fassen bekommt. Mit sanftem Druck gegen die Wand der Tasse löst man den Unterdruck und es rutscht quasi von alleine. 
Den Inhalt dann in die Toilette entleert und den Becher auswaschen und wieder eingesetzt. Viel einfacher geht es eigentlich nicht. 

Und wie ist es nun eine der Tassen zu tragen?

Ich war und bin schlicht und ergreifend begeistert. 
Nicht nur die Tatsache, dass ich keine Unmengen an Tampons mehr verbrauche ist für mich ein echter Gewinn, sondern vor allem, weil es so unglaublich bequem ist. Wie (bei) vielen Frauen ist auch bei mir die Menstruation sehr stark, bevor ich die Tassen benutzt habe, hatte ich immer Angst, mein Tampon könnte mich im Stich lassen. Das sorgte natürlich dafür, dass diese Tage für mich nicht gerade angenehmer wurden. Bei dem Fassungsvermögen der Tasse hatte ich bisher keine Probleme. Alle 6 Stunden einmal ausleeren und weiter gehts. 

Besonders großartig finde ich die Tassen in Sachen Sport. Ich bin mir sicher, jede Frau kennt die Angst vor dem blauen Bändchen, das aus dem tot chicen Bikini guckt. Mit den Tassen hat man dieses Problem nicht mehr. 

Auch das Einführen ist problemlos und für mich auch wesentlich angenehmer als mit einem Tampon. Kein Drücken, kein Ziehen und keine Probleme beim Entfernen, weil die armen Schleimhäute schon völlig ausgetrocknet sind. 

Ebenfalls toll finde ich, dass nun kein Mülleimer mehr neben der Toilette nötig ist. Das macht mein Bad gleich etwas größer und mich selbst freier. 


Fazit

Nein, man muss kein Vollzeithippie sein um Menstruationstassen zu benutzen


In meiner Handtasche (okay, Beutel) wird es jedenfalls keinen Strauß an wilden Tampons mehr geben. Für mich liegen die Vorteile klar auf der Hand und sind einfach bequem in meiner Vagina. 

Wie sieht es mit Euch aus? Benutzt Ihr solche Cups oder könnt Ihr Euch gar nicht vorstellen auf Tampons zu verzichten?

Kommentare:

  1. Ich hab die auch mal zum Testen bekommen und bin seitdem überzeugt.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich hab etwas gebraucht um DIE Tasse für mich zu finden, aber dazu kommt noch mal ein extra Post.

      Löschen
  2. Toller Artikel über ein leider noch viel zu wenig gesprochenes Thema.

    Ich bin vor ca. 2 Jahren schon auf die Tasse umgestiegen, nachdem ich mir ein paar Youtube Videos zu dem Thema angesehen habe, und ich aufgrund von schlechteren Umständen ohnehin extrem Geld sparen musste.
    Es wäre sicher utopisch, zu behaupten, dass der Umstieg immer komplett problemlos verläuft--einfach da es bei dem Gebrauch der Tasse eine Lernkurve gibt und jeder Körper unterschiedlich ist. So hatte ich zum Beispiel--völlig entgegen der damaligen Werbeversprechen--bei Tassengebrauch erstmal an den ersten anderthalb Tagen extreme Krämpfe, was ich bei Tampongebrauch nie hatte. Eigentlich wird ja immer gesagt, man habe durch die Tasse weniger Schmerzen und Krämpfe. Deswegen dachte ich erstmal mit mir stimmt was nicht und wollte die Tasse schon wieder aufgeben. Aber dann habe ich den stufenweisen Umstieg gemacht--am ersten Tag Tampons, wie bisher, danach die Tasse. Und dann nach und nach mehr die Tasse. Nach 6 Monaten war ich bei der 100% Benutzung komplett ohne Tampons. Habe auch noch etwas genauer in Foren gelesen, und das mit den stärkeren Krämpfen ist wohl auch gar nicht so ungewöhnlich. ;) Das andere Versprechen klingt nur besser für Werbezwecke. Hast du da ähnliche Erfahrungen gemacht?

    Kurzum, ich finde die Tasse eine der besten Produkte für Frauen. Und es ist auch gar nicht unhygienisch, solange eben die Grundregeln der Hygiene beachtet werden, und die Tasse immer schön gereinigt wird.

    Ich habe mich übrigens damals für die MeLuna Tasse entschieden, da mir die Vielfalt an Größen und Härtegraden gefiel. Diese ist allerdings aus medizinischem Kunststoff (also nicht Silikon) und soll wohl von der Haptik etwas anders sein. Die MeLuna wird von Nutzerinnen zumindest online als generell weicher und anpassungsfäher an den Körper beschrieben.

    Hast du verschiedene Tassen ausprobiert? Hatte angedacht mal eine aus Silikon auszuprobieren, einfach aus Neugier.

    Aber ja, du hast schon Recht, leider bleibt bei vielen Frauen die Idee, eine Menstruationstasse sei eklig oder unhygienisch hartnäckig bestehen. Ich habe genau das Gegenteil erfahren. Zum Beispiel Stichwort Gerüche. Es ist wirklich sehr selten dass ich beim Wechseln der Tasse etwas rieche. Allerdings wechsele ich auch spätestens nach 6-8 Stunden--und nicht erst nach 12, wie oft beworben. In der Hinsicht also kaum Unterschied zum Tampon. Bei Tampons hatte ich da schon öfter das Problem mit unangenehmen Gerüchen--vor allem auch aus der Vagina. Das ist seit der Tassennutzung völlig weg. :)
    Und ich nutze auch immer etwas neutrales Gleitgel zum Einführen (vor allem an den späteren Tagen), weil sich das für mich angenehmer anfühlt. Das ist also absolut auch eine Option für die Frauen die eher mit trockener Vagina zu kämpfen haben.

    Also, ich schließe mich Jule da voll an und empfehle jeder Frau, der Tasse mal eine Chance zu geben. Und nicht nur 1 Monat, sondern ruhig 2-3 Monate, um sich selber die Chance zu geben, die Benutzung zu lernen.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich kann fast alles so unterschreiben.
      Ausprobiert hab ich insgesamt drei Tassen bis die richtige für mich gefunden habe. Ich brauchte auch so ca. 4 Zyklen bis ich den Dreh so richtig raus hatte. Vielen lieben Dank für deinen schönen Kommentar <3
      Ich freue mich immer sehr, wenn die Diskussion zum laufen gebracht wird.
      PS: Aktuell nutze ich die Lunette ich glaube die ist aus Silikon.

      Löschen
  3. Ein sehr guter Beitrag, ich bin ehrlich dass ich auch anfangs immer etwas abgeneigt darüber dachte, einfach weil ich mir nicht vorstellen konnte wie das Ganze gehändelt wird. Aber du beschreibst es ja herrlich simpel, mich nervt das ständige Tampon und Binden Nutzen und Kaufen total.

    Lieben Gruß

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Genauso ging es mir auch, ich habe auch wirklich eine Weile gebraucht bis ich die richtige Tasse für mich gefunden habe. Seit dem läuft es wesentlich entspannter während dieser Zeit des Monats.

      Löschen
  4. Das wollte cih auch schon lange probieren und ich denke ich hol mir nachher wirklcih mal eine! Coll dass du darüber schreibst!
    XX Celine
    von http://celinesofficial.com/

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Immer gern, versuch es einfach mal! Mehr als schief gehen kann es ja immerhin nicht ;)

      Löschen
  5. Guter Beitrag, ich habe auch schon eine probiert aber komme mit der handhabung leider gar nicht klar. ich denke ich muss mich mit dem thema mehr beschäftigen, da ich wahrscheinlich die falsche gekauft habe.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Wenn du es nochmal versuchen möchtest kann ich dir den Erdbeerwochen Shop empfehlen! Die Mädels dort haben viele Tipps und Tricks und beraten auch gern!

      Löschen

Mein Beitrag zur #schreibmitdarkdiamonds Challenge - Spiegelseele

Das wunderschöne Cover verdanke ich der Autorin Emily Bähr! https://www.facebook.com/emilybaehr.autorin/ Ich habe sehr lange überle...