Sonntag, 23. September 2018

#hro2209 - Jede Stimme gegen Rechts



Demos sind für mich immer so eine Sache. 
Ich habe tatsächlich ein Problem mit großen Menschenmengen. Trotzdem weiß ich, wie wichtig es ist, einfach Präsenz zu zeigen. Wir haben uns das Recht auf Demonstrationen hart erarbeitet. 
Gestern, am 22.09.2018, gab es einen verdammt guten Grund mal wieder auf die Straße zu gehen. Der AfD-Aufmarsch in Rostock lag mir schon seit Wochen schwer im Magen. Obwohl wir in Rostock eine wundervolle Alternative Szene haben, die sich sehr für Migration, Feminismus und Liebe statt Hass einsetzt, gibt es eben noch die andere Seite. 
Jeder Bahnfahrer der Stadt weiß, was ich meine. Man wird nicht selten Zeuge, wie bullige Typen mit eindeutigen Nazi Tätowierungen über den "Tod unserer Rasse" schimpfen oder Migranten anpöbeln. Das Problem der rechten Welle ist also nicht nur bekannt, sondern ein Teil des Lebens in dieser Stadt. Mal mehr, mal weniger. Also hieß es den Arsch hochbekommen, und gegen diese menschenverachtende Scheiße seine Stimme zu erheben. Mit 4.000 Menschen für Vielfalt und nur ca. 400 (manche Quellen sagen auch 700, aber ich hätte wesentlich weniger geschätzt), war es ein voller Erfolg. 

Friedlich ging es vom Dobi los, eine Schweigeminute für alle Menschen, die in den ewigen Meeren ertrunken sind und Live Musik an verschiedenen Sammelplätzen, sorgten für eine eher Hippie mässige Atmosphäre. Okay, ein paar Eier wurden trotzdem verteilt. Ganz vielleicht wurden auch ein paar Sticker unter die Menschen gebracht. Doch wirklich aggressiv war eigentlich nur eine Seite. Nachdem der werte Herr Höcke nicht nur Probleme im logischen Denken, sondern auch mit der Technik hatte und reinzufällig ein paar Anwohner am neuen Markt die Lust verspürten laut Musik zuhören, zog er ziemlich schnell wieder ab. Die Fahnenschwenker jammerten ein bisschen, dann noch etwas lauter, als sie zur Sitzblockade kamen. Zum Glück kennen sich die Jungs und Mädels ja damit aus, rückwärtszugehen. 
Ich würde sagen, da hat Rostock alles richtig gemacht. Der Himmel war übrigens auch auf unserer Seite - erst gabs so gar keine Sonne für die Nazis und dann einen wunderschönen Regenbogen, für mehr Vielfalt statt brauner Scheiße. 
Schön. 
Ich freue mich auf die nächste Demo. Danke an alle, die dabei waren, für die tollen Beiträge, die bunten Schilder und jede Stimme gegen rechts!

Kommentare:

  1. heinbaumgarten.blogspot. com8. Oktober 2018 um 13:12

    Wir im Landkreis sind demo-erfahren seit den 70er Jahren. Es geht noch immer um die Definition dessen, was ein "Endlager" sein darf.Ich werde es nicht mehr erfahren, aber es kommt bestimmt hierher irgendwann. 1,5 Milliarden hat man in den Salzstock von Gorleben schon versenkt, und heute - in der Zeit des Geldes - wird man dem "Souverän" schon vermitteln, daß das ausgegebene Geld genutzt werden muß und nicht in Kitas, Schule und Bildung allgemein verschwendet werden darf. Same procedure as ever...Warum hast Du eigentlich zwei Blogs, Ju?

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  2. unglaublich interessant und spannend geschrieben :)

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