Mittwoch, 4. Juli 2018

Justine privat - Summertime Sadness


Ja, schon wieder ein Post über mich und mein Leben und die Veränderungen, die ich anstrebe. Ich sitze alleine am Hafen in der Abendsonne und schaue den Möwen dabei zu, wie sie über das Wasser fliegen. In der letzten Zeit hatte ich eindeutig zu wenig Zeit zum Alleinsein.
Das fehlt mir etwas, auch wenn sich mein schlechtes Gewissen jetzt schon meldet. Ich müsste eigentlich noch das machen, noch dort hin und mich noch um dies und das kümmern. Es gibt so viele Dinge, um die man sich Sorgen macht, dass man schnell vergisst, sich um sich selbst zu kümmern. Einer der Gründe für meine große Aufbruchstimmung, war genau dieser Punkt: Ich will mich selbst mehr in den Fokus stellen.
Irgendwie kommt nun aber genau das zu kurz – denn dazu gibt es noch zu viele andere Dinge, die als erstes anstehen. Veränderungen kosten eben Kraft. Und Zeit. Viel Zeit.
Und natürlich Geld.
Dabei bin ich alles andere als geduldig – ich will alles immer gleich und sofort. Vor allem wenn ich selbst es bin, die es sich ermöglichen will.  ICH muss es doch hin bekommen MIR diese Dinge zu ermöglichen und DAS JETZT. So läuft das aber leider nicht.
Es ist viel eher so, dass ich einen Schritt vor mache, mich freue und noch weiter will – und dann wieder einen Schritt zurück machen muss. Ich überarbeite mich. Das ist mir bewusst. Aber immer, wenn ich mir einen Moment wie diesen gönne, glaube ich meine Zeit zu verschwenden. 
In den letzten Wochen ist schon so einiges passiert, aber längst nicht genug, damit ich meinen eigenen Ansprüchen genüge. Im Gegenteil – jeden Tag denke ich mir, ich müsste es doch NOCH besser hinbekommen. Ich übe so viel Druck auf mich selbst aus, dass mir gar nicht klar ist, dass ich es ohne diesen Druck wahrscheinlich viel besser schaffen würde. Meinem Idealbild von mir selbst zu entsprechen, ist scheinbar einfach nicht möglich, denn ich finde jeden Tag etwas, das mich stört, das ich besser kann oder können sollte. Oder einfach noch gar nicht angefangen habe.
Ich sehe andere Menschen um mich herum und frage mich immer wieder, wie sie es schaffen einfach zu leben. Ohne diese quälenden Gedanken, den selbstauferlegten Druck und die scheinbare Hilflosigkeit gegen die Dinge im Leben, die einfach passieren. Natürlich kann man nie in einen Menschen hinein sehen. Aber immer wieder erlebe ich es, dass sich Blicke in der Bahn begegnen die von Trauer, Angst und Scham geprägt sind …

Wann ist endlich dieser Moment gekommen, an dem ich das Gefühl habe, all das kämpfen hat sich gelohnt?

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