Sonntag, 29. April 2018

Justine privat: Niemals aufgeben? - Doch, das darf man.

Lederjacke: Kleiderkreisel
Haarfarbe: Directions Color Midnight Blue

Wir alle kennen dieses Gefühl, wie ein Hamster im Rad gefangen, einfach nicht von der Stelle zu kommen, obwohl wir so schnell laufen wie wir können. Dabei murmeln wir immer wieder die gleichen Worte vor uns her: „Nicht aufgeben, einfach immer weiter machen …“
Aber warum eigentlich?
Ich bin selbst das wohl schlechteste Beispiel bei diesem Thema - denn ich gebe erst auf, wenn alles um mich herum in Schutt und Asche liegt (und das ist noch eine Untertreibung). Das kann man bereits an meinen vergangenen Beziehungen sehen. Habe ich mich erstmal festgebissen wie , lasse ich erst wieder los, wenn die Wunden so groß sind, dass man sie nicht leugnen kann. 
Doch genau das ist ein Problem. 

Manchmal muß man aufgeben.
Auf den ersten Blick mag das absurd wirken, gerade aus meinem Mund. Ich, die immer sagt, man solle seine Träumeleben und sich niemals von etwas abhalten lassen. Nur schließt das eine das andere nicht aus. 
Scheitern gehört dazu. 
Es ist notwendig, um über sich selbst hinauszuwachsen. Doch auch beim Scheitern gibt es zwei Formen, der Moment, wenn es schlicht und einfach gelaufen ist und der, in dem man selbst entscheiden kann. Ich stand schon oft in solchen Momenten mit mir selbst vor dem Spiegel und wusste, dass der Kampf eigentlich zu Ende war. Doch ich konnte es nicht. 
Ich konnte nicht aufgeben. 
Mein Kopf redete mir pausenlos ein, dass ich es nicht dürfte. Aufgeben ist nur etwas für Schwache, für Menschen, die nicht wissen, was sie wollen oder denen ihre Träume nicht genug bedeuten. Doch all das - ist Quatsch.

Das weiß ich jetzt. 
Manchmal ist es wichtig, aufzugeben, dem Schlachtfeld einfach den Rücken zu kehren  und die weiße Fahne zu schwenken. Andauerndes kämpfen macht einen kaputt und nicht immer ist der Kampf auch den Verlust wert. 
Das Leben ist kurz, schmerzhaft und nicht kontrollierbar. Träume können in Erfüllung gehen oder zerplatzen wie eine Seifenblase und anschließend furchtbar in den Augen brennen.

Beides ist okay.

Wir leben in einer Welt die uns nur allzuoft das Gefühl gibt wir hätten versagt. Der gesellschaftliche Druck ist immer und jeder Zeit spürbar. Jeder von uns kennt die Sorgen und Ängste die sich in unserem Inneren ausbreiten, doch nicht alle davon haben eine wirkliche Existenzberechtigung. Niemand wird daran sterben, etwas aufzugeben.
Gewinnen wir, wird uns bewusst was wir können. 
Verlieren wir sehen wir unsere Grenzen. 
Es vervollständigt uns, unser Leben und die eigene Persönlichkeit. 

Wir dürfen aufgeben, wenn wir wissen, dass wir den Kampf schon verloren haben.
Wir müssen uns nicht dafür rechtfertigen, dass wir nicht kämpfen wollen. 

Es ist unsere Entscheidung!
Habt Ihr schon einmal bewusst etwas aufgegeben?
Wie seht Ihr zu diesem Thema?

Kommentare:

  1. Du hast absolut recht, manchmal muss man wirklich aufgeben und das ist dann der einzig vernünftige und gesunde Weg.
    Liebe Grüße, Mona

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  2. Danke meine Liebe! Natürlich kommt es auch immer etwas auf die Situation an, aber wenn es einen kaputt macht sollte man lieber loslassen.

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  3. Loslassen, aufgeben, das sind gerade genau die Themen, die mich beschäftigen.
    Lange bin ich einer Situation und den damit verbundenen Gefühlen und Konsequenzen aus dem Weg gegangen, nun stelle ich mich ihnen und hoffe, stark genug zu sein, die richtige Entscheidung zu treffen .
    Liebe Grüße, Aletheia

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    1. Ich glaube daran, dass man solche Situationen meistern muss. Fühl dich gedrückt! Du wirst sicherlich deinen Weg finden!

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