Dienstag, 30. Januar 2018

Meckermittwoch - "In 10 Jahren wirst Du es bereuen"



Tattoos sind vor allen anderen Dingen reine Geschmackssache. Während die einen es hart feiern, finden die anderen es doof. Das ist für mich völlig in Ordnung. 
Viele meinen auch : "Was Kleines ist ja noch ok, aber musst Du es so übertreiben?" 
Diesen Menschen kann ich nur voller Liebe sagen: "Fick dich auch und einen schönen Tag!" Ernsthaft, ich kann es nicht leiden wenn Menschen ohne gute Gründe, solche Unterhaltungen starten. Zum einen geht es sie schlicht nichts an, was ich mit meinen Körper mache und zum anderen kann es ihnen doch auch einfach egal sein. 
Ich selbst würde niemals auf die Idee kommen, jemanden dazu zu raten sich die Haare grün zu färben. Immerhin ist das MEIN Geschmack. 
Natürlich sind Tattoos inzwischen sehr in der Gesellschaft angekommen. Sie sind neben der reinen Kunst auch zu einen Statussymbol geworden, denn nicht jeder kann es sich leisten, seinen Körper zu verzieren. Vor allem aber sind gute Tattoos noch immer eine Seltenheit. Auf dem Markt existieren sehr, sehr viele Studios die ihre Dienste anbieten. Einige auch zu verführerisch günstigen Preisen... 

"Wir sprechen uns nochmal, wenn du dir die Tattoos wieder entfernen lässt!"

Scheiße, wie ich es hasse diesen Satz zu hören. Gerade was Tattoos angeht, bekomme ich diesen allerdings oft an den Kopf geworfen. Ebenfalls sehr beliebt: 

Ja, ein Tattoo kann auch mal daneben gehen und: Ja, nicht jedes Tattoo gefällt einem nach 10 Jahren noch immer. ABER nur weil die breite Masse der Menschen sich ein Tattoo machen lässt, ohne darüber nachzudenken, muss ich noch lange nicht dazu gehören. 

Genauso sieht es mit Motiven aus, mit denen man ev. Mit 16 mehr verbunden hat als mit 36 Jahren. Ich stehe zu mir meinem Leben und den Fehlern die ich begangen habe und noch begehen werde, denn das gehört dazu. Vor allem aber, hoffe ich das ich nicht die Einzige bin die das so sieht. 

Ich bin der vollen Überzeugung dass niemand es bereuen muss, sich tätowiert zu haben - wenn er nur die Grundregeln beachtet hat. Wenn ein Tattoo eine Bedeutung hat, gut gestochen ist und nicht durch äußere Umstände verschandelt wurde (- z.B. die gute Sonnenbank), gibt es keinen Grund es zu bereuen. Sicherlich sind offensichtliche Tattoos wie auf den Armen, Hals, Brust oder Hände immer eine Sache für sich. Im öffentlichen Dienst gibt es noch immer sehr wenige Menschen, die ihren Körperkult ausleben können. In anderen Berufen jedoch sieht es inzwischen etwas anders aus. 
Wenn ein Tattoo schön ist und ich es mag, warum sollte ich es dann bereuen?


Immerhin habe ich mir etwas dabei gedacht, es mir auf die Haut stechen zu lassen. Sicherlich werde ich mich im Laufe meines Lebens verändern und vielleicht würde ich mir zu einem späteren Zeitpunkt ein bestimmtest Motiv nicht mehr stechen lassen, doch das bedeutet nicht, dass ich das Symbol nicht noch immer liebe. 
Mein ältestes Tattoo habe ich mir mit 18 Jahren machen lassen. Heute würde ich mir sicher ein anderes Motiv suchen, doch das ist vollkommen okay. Denn mit dem Tattoo verbinde ich viel mehr, als das was äußerlich zu sehen ist. 

Es nervt mich ungemein, wenn Menschen in meiner Umgebung mir vorschreiben wie ich in ein paar Jahren denken soll. 

"Du wirst deine Tattoos bereuen!"
"Dann ist nichts mehr mit blauen Haaren!"
"Wenn du erstmal Kinder hast ..."

Ich werde dann schnell zur Super-Zicke und werfe mit Gegenständen um mich. Selbst wenn ich das ein oder andere Tattoo am Ende meines Lebens nicht mehr perfekt finden sollte, ist es doch nicht das worum es geht. Ich hasse es das die Gesellschaft noch immer so engstirnig ist, wenn man nicht auf der gleichen Welle mit schwimmen will. Tattoos sind inzwischen völlig normal, und die Politiker von Morgen werden sicher mehr an Farbe zu bieten haben, als die aktuelle Generation. 

Tattoos müssen nicht mehr heimlich versteckt werden, wenn der Chef um die Ecke kommt. Zumindest nicht in allen Berufen und ich bin SEHR zuversichtlich, dass die Tattoos in den nächsten Jahren auch die restlichen Berufe erreichen werden. Zugegeben wird alles immer nur in einem bestimmten Rahmen möglich sein...

ABER VERDAMMT ICH KANN ES NICHT MEHR HÖREN!

Ich gebe zu, in der ein oder anderen Sicht bin ich vielleicht auch etwas auf Krawall gebürstet ... 
Egal, ob privat oder beruflich. Grenzen teste ich gerne aus und überschreite sie noch lieber. Das ich dabei auch mal auf die Nase falle, ist mir ziemlich egal. 

Ich habe einen guten Abschluss, super Referenzen und bin immer auf dem neusten Stand was mein Wissen bezüglich der Arbeit angeht - das ich die Freundlichkeit in Person sein kann, muss ich nicht noch extra erwähnen. Niemanden sollte dabei interessieren wie ich aussehe. Vielleicht war auch das einer der Gründe warum einige meiner Tattoos so offensichtlich getragen werden...

Tattoos sind meine Art des Schmucks. Die kann ich immerhin nicht verlieren. Das ist praktischer als jeder Armreif. 
Habt Ihr Tattoos? 
Nerven Euch solche Fragen auch?

Kommentare:

  1. Hallo Justine,

    ich kann absolut nachvollziehen war dich so nervt. Ich hab zwar keine Tattoos aber ich kenne diese Situationen bei anderen Sachen. Es gibt einfach so viele Leute, deren Leben offensichtlich so langweilig ist, dass sie sich überall einmischen müssen. Oder vielleicht sind sie auch selbst mit sich unzufrieden, weil sie sich nie getraut hätten das zu tun, was sie gerne würden. Deswegen müssen sie alle Menschen verteufeln, die es anders machen.

    Ich hatte früher eine Nachbarin, die mich immer vollgelabert hat sobald sie mich gesehen hat. Stundenlang und weil die Hausfrauen da in der Gegend nichts zu tun hatten, haben sie den ganzen Tag darüber geredet was wer macht. Die waren bestens darüber unterrichtet, wann man aus dem Haus ging und wann man wiederkam. Diese Nachbarin musste mir ungefragt ständig erzählen dass alles, was ich mache falsch ist. Wenn die mich zu oft mit dem Koffer aus dem Haus gehen gesehen hat war ihr Lieblingsthema dass ich das später bereuen werde so viel auf Reisen gewesen zu sein. Weil ich dann irgendwann einsam und allein da sitze, weil ich keine Zeit hatte mir hier eine Frau zu suchen und Kinder in die Welt zu setzen. Damals war ich glaub ich 21 oder 22... heute denke ich mir einfach, dass das nichts über MICH aussagt sondern über diese Menschen. Über Menschen, die offensichtlich so unzufrieden mit ihrem Leben sind, dass sie das von anderen madig machen müssen.

    Ich denke das ist bei dir ähnlich. Überall Leute, die einfach nicht den Mut hatten sich die Haare zu färben wie sie es wollten oder sich Tattoos stechen zu lassen.

    Liebe grüße
    sam

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    1. Das kann natürlich sehr gut sein. Mich regt es einfach auf, dass eine solche "Normalität" noch künstlich als "Anders" dargestellt wird. So langsam sollte es doch auch bei den letzten Klick machen.

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  2. Liebe Grüße aus der Zukunft.. ;) Ich bin Mama, Mitte 30 und bereue meine Tattoos nicht. :D Gut, ich finde nicht mehr alles so toll wie am Anfang. Aber sie gehören zu mir. Und ich würde nichts daran ändern lassen. Die Piercings sind nach und nach weniger geworden, die Haare sind nicht mehr bunt. Aber ansonsten bin ich immer noch dieselbe, vertrete die selben Meinungen und finde es mehr als gut, dass mein Körper mich jeden Tag daran erinnert, was ich mir imt 18, 19, 20.. usw bei diesem und jenem Tattoo gedacht habe. Ich wollte niemals vergessen, was mir wichtig ist. Und das hat sehr gut geklappt. Also lass dich net stressen. Du bist du und nur du entscheidest, wie du glücklich sein willst. LG Sonja

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  3. Mal wieder ein sehr schöner Beitrag von dir!
    Ich habe auch Tattoos und werde auch hin und wieder angesprochen.
    Ich bin im öffentlichen Dienst (Promotion an der Uni) und meine Chefin meinte nach meinem vorletzten Tattoo, ich solle es doch nicht übertreiben.
    Da dachte ich auch: Was genau soll denn das? Das ist ja nicht ihre Sache und wen zur Hölle interessiert es im Labor, wenn ich mit Bodymod und bunten Haaren rumlaufe?

    Lass dich nicht ärgern und steh über solchen Dumpfbacken!
    Ganz liebe Grüße von einer tattowierten Mitstreiterin!
    Michelle <3

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  4. Mal wieder ein sehr schöner Beitrag von dir!
    Ich habe auch Tattoos und werde auch hin und wieder angesprochen.
    Ich bin im öffentlichen Dienst (Promotion an der Uni) und meine Chefin meinte nach meinem vorletzten Tattoo, ich solle es doch nicht übertreiben.
    Da dachte ich auch: Was genau soll denn das? Das ist ja nicht ihre Sache und wen zur Hölle interessiert es im Labor, wenn ich mit Bodymod und bunten Haaren rumlaufe?

    Lass dich nicht ärgern und steh über solchen Dumpfbacken!
    Ganz liebe Grüße von einer tattowierten Mitstreiterin!
    Michelle <3

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