Sonntag, 5. November 2017

Tabubruch: Ja, ich habe abgetrieben.


Ich erinnere mich noch genau an dieses Gefühl. 
Mein Herz klopfte so schwer in meiner Brust, dass es wehtat. Ich wusste bereits, dass dieser Test das Gleiche anzeigen würde wie all die anderen. Aber ich klammerte mich verzweifelt an die Hoffnung, dass es nur ein Fehler war. Ein kranker Scherz des Universums. 
Aber das Plus erschien und auch meine Tränen der Wut konnten nichts daran ändern. Für mich stand die Entscheidung schon in den ersten 10 Sekunden fest. 
Ich wollte kein Kind. 
Eine einfache Tatsache. Ich war schwanger, aber ich würde es nicht bleiben. 
Nicht eine einzige Minute habe ich diese Entscheidung angezweifelt und das würde ich auch jetzt noch nicht tun. Kinder sind für mich keine Diskussion, die man führen kann. Es gibt nur zwei Ausgangslagen: Es bekommen oder nicht bekommen. 
Gleich nach diesem positiven Schwangerschaftstest übergab ich mich eine gute Stunde. Hormone sind schon etwas Feines. Danach informierte ich den Nicht-bald-Vater und rief beim meinem Gynäkologen an.
Ich wusste ganz genau, wie das Ganze ablaufen würde. Immerhin hatte ich meine Ausbildung in der Frauenheilkunde gemacht. Darum wusste ich auch, dass ich einen Termin bei Pro Famila machen musste. Das war der dritte Schritt. 
Danach saß ich einfach nur da. Ich zitterte am Ganzen Körper und verfluchte es, dass die modernen Verhütungsmethoden lange nicht so sicher sind, wie man immer glaubt. 99% klingt nach viel, aber nur, solange man selbst nicht zu dem 1% gehört. 
Einen Tag später saß ich im Wartezimmer. Mir war immer noch schlecht. Vor ein paar Minuten hatte ich noch gekrümmt an der Bahnhaltestelle gehangen und mich solange übergeben bis ich Sterne sah. Nicht nur dank der Hormone, sondern weil ich schon jetzt die Blicke spüren konnte. Ich wurde aufgerufen und eine Arzthelferin lächelte mich strahlend an. Na super.
Sie wedelte mit einem Mutterpass herum. Nachdem Sie mir Blut abgenommen hatte, sagte ich: „Den werde ich nicht brauchen, ich will das Kind nicht.“ 
Die gute Frau schien verwirrt. Ihr Lächeln war verschwunden. „Ich lasse den Pass in Ihrer Akte, vielleicht überlegen Sie es sich noch einmal anders.“ 
„Nein, das werde ich nicht. Ich bin nur hier, weil die Schwangerschaft vom Arzt bestätigt werden muss, bevor ich das Konfliktgespräch haben kann.“ 
Offenbar war sie nun noch verwirrter. Ohne noch etwas zu sagen, verließ sie das Zimmer und keine zwei Minuten später saß ich beim Arzt. Den Blick, den er mir zuwarf, würde ich in den kommenden Tagen noch öfter sehen. Nur wusste ich das zu diesem Zeitpunkt nicht. Naiv wie ich war, dachte ich nicht daran wie sehr dieses Thema auf Ablehnung stoßen würde. 
Er machte einen Ultraschall und schluckte, sagte jedoch kein einziges Wort, bis ich mich wieder angezogen hatte und ihm gegenübersaß. 
„Mir wurde gesagt, sie denken über einen Abbruch der Schwangerschaft nach.“ 
„Ich denke nicht nur darüber nach, ich habe mich bereits dafür entschieden.“ 
Er verengte die Augen. In meinem ganzen Leben hatte ich noch niemanden gesehen, der es schaffte mir ein schlechtes Gewissen mit einem Blick zu verschaffen. Ich fühlte mich wie auf einer Anklagebank. Jede seiner Gesten verströmte eine so heftige Verachtung, dass ich kurz darüber nachdachte mich einfach an seinem Schreibtisch zu übergeben. Viel schlimmer konnte die Situation immerhin nicht werden, dachte ich ...
„Sie sollten noch einmal darüber nachdenken, der Ultraschall hat zwei Fruchthüllen gezeigt.“ 
Das saß. Ich hatte das Gefühl er hätte mir direkt in den Brutkasten, ähm, Bauch geboxt. Trotzdem nickte ich nur und sagte mit bröckelnder Stimme: „Wenn ich schon ein Kind nicht bekommen möchte, wird sich das bei Zweien wohl nicht ändern.“ 
„Ich überweise sie an eine Kollegin, die dieser Sache etwas offener gegenübersteht."
Ich glaubte fast mich verhört zu haben. Seit drei Jahren war er mein Arzt - und trotzdem wurde ich nun mehr oder weniger der Praxis verwiesen. Mit dem freundlichen aber bestimmten Hinweis, dass auch die Nachuntersuchung besser bei seiner Kollegin stattfinden sollte. 
Ich diskutierte nicht. Wozu auch? 
Er brachte mich zur Tür und sagte mit einem hämischen Unterton: „Am besten bleiben Sie auch bei der Kollegin für die normalen Untersuchungen." Damit war die Tür geschlossen.
Zwei Tage später saß ich wieder in einem Wartezimmer, dieses Mal jedoch wusste ich nicht, was auf mich zu kommen würde. Ärzte kannte ich, die Berater, die darauf geschult waren mich zu einem Kind zu überreden, nicht. 
Obwohl wir in einer aufgeklärten Zeit leben, ist es noch lange nicht so weit, dass es einer Frau leicht gemacht wird, eine Schwangerschaft zu beenden. Sowohl Ärzte als auch Berater sind darauf geschult #ProKind zu sein. Dennoch hatte ich Glück im Unglück. Meine Beraterin merkte recht schnell, dass ich niemand war, der sich zu etwas anderem überzeugen lassen konnte. 
Ich war mir meiner Entscheidung völlig bewusst und hatte nicht den geringsten Zweifel daran.
Dennoch war die Abtreibung nicht einfach und auch nicht schmerzfrei. Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich die im wahrsten Sinne des Wortes bittere Pille schluckte und darauf wartete, dass die künstlichen Miniwehen die bereits abgetöteten Zelthäufchen aus mir heraus trieben. Mit den schlimmsten Krämpfen meines Lebens hockte ich schwitzend und zitternd über der Toilette und versuchte nicht zu heulen. Als die blutigen Klumpen endlich aus mir herausploppten, fühlte ich nichts anderes als pure Erleichterung. 
Es war vorbei. 
Ich konnte mein Leben wieder weiterleben, ohne dabei ein Ungewolltes in diese Welt zu werfen. Mich plagten keine Schuldgefühle, ich hatte keine Albträume und ich fühlte mich als Mensch nicht schlechter.
Man sollte meinen, dass es in der heutigen Zeit okay wäre, auch über diese Erfahrungen zu sprechen, aber noch immer werden Frauen angefeindet, die sich für eine Abtreibung entschieden haben. Immer wieder wird diskutiert, ob es nun in Ordnung ist, ein Leben zu beenden, bevor es anfängt oder ob man damit den Plan irgendeiner Gottheit ruiniert. 
Ich weiß jetzt schon welche Kommentare unter diesen Post auftauchen werden. Mir ist völlig bewusst, wie angreifbar ich mich im Internet und auch privat mache. Aber es ist mir egal, denn vielleicht gibt es gerade jetzt eine junge Frau, die genauso da sitzt wie ich vor einigen Jahren. Mit Angst, Wut und Panik. 
Ich kann Dir nur eins sagen: Hör auf Deinen Bauch und Deinen Verstand.
Wenn Du kein Kind möchtest, dann musst Du es nicht bekommen. Es ist Dein Körper, Deine Entscheidung und Du wirst das Richtige tun. Hör nicht auf die „Kinder machen uns alle glücklich“-Fraktion und versuch nicht Dir ein schlechtes Gewissen einreden zu lassen von Briefen, die Übermütter aus Sicht von Zellklumpen geschrieben haben. 
Abtreibung ist kein Mord. Und Du bist keine Mörderin, nur weil Du kein Kind möchtest.

Einen weiteren Beitrag zu diesem Thema findest Du hier:

https://maryjuanablog.blogspot.de/

Kommentare:

  1. Danke für diesen ehrlichen Post und danke, dass ich dabei sein durfte!

    Wenn man diesen Schritt geht, wird einem (unbewusst) weis gemacht, dass das ein Fehler sei. Dass man etwas Falsches mache. Doch ich sehe das anders. Die Welt ist überbevölkert, es gibt so viel Leid und Elend - warum soll man das unterstützen, indem man einen weiteren Erdbürger produziert?

    Sollte ich tatsächlich mal den Wunsch haben, würde ich eher eins adoptieren, anstatt Gebärmaschine zu sein. Es gibt genug Kinder auf der Welt, die keine Familie haben - sei es durch Krankheit oder Krieg.

    Liebst,
    Mary

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    1. Danke meine Liebe <3 Wie so oft sprichst Du meine Gedanken aus.

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  2. Wow, sehr ehrlicher Beitrag. Ich finde es gut das du es aussprichst. Ich habe zwei Wunsch Kinder und will sie auch nicht missen, aber jeder Mensch ist anders. Solange man es nicht durch "UPS Pille vergessen naja egal" Manier mit Absicht provoziert, so ist es völlig OK, lieber keine Mutter als eine die ihr Kind nicht liebt

    Liebe Grüße
    Kati

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  3. ich bin über den Arzt geschockt der einen ja fast wie Abschaum deswegen behandelt. Und ich finde dieses ProKind Gehabe furchtbar. Nicht jede will und mag Kinder.

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  4. Ich habe deinen Beitrag zufällig über Facebook entdeckt. Ich finde es sehr wichtig, dass es solche Erfahrungsberichte wie deinen gibt. Auch wenn ich noch nie in deiner Situation war, muss ich sagen, dass für mich ein Kind nicht infrage kommt. Nicht nur jetzt nicht sondern grundsätzlich nicht. Dass das für viele da draußen unmöglich sein mag, ist mir... nun ja... egal.
    Was du über diesen Arzt schreibst, schockiert mich. Und auch, dass man als Frau dieses Konfliktgespräch per Gesetz über sich ergehen lassen muss. Als sei die Tatsache einer Schwangerschaft für manche nicht schon Konflikt genug.
    Ich finde deinen Beitrag sehr wertvoll. Es ist dir sicher nicht leicht gefallen, darüber zu schreiben.
    Du bist nicht allein damit. Hut ab für deine Ehrlichkeit.

    Viele Grüße
    Kali von Die Silberne Schleife

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    1. Danke Dir! Ich finde es wirklich schön, wie wenig Hass und wieviele positive Kommentare sich hier sammeln. Leider ist es nicht immer so, dass man verstanden wird. Umso wichtiger finde ich es offen darüber zu reden und einander auch mal Mut zu machen.

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  5. Danke für deine Worte. Ich dachte vor ca 6 Monaten dass ich schwanger bin, da meine Periode trotz Verhütung ausblieb. Bis zum Termin beim Arzt hat es eine Woche gedauert, in der ich ca 5 Schwangerschaftstests gemacht habe. Alle waren negativ. Aber die Gedanken kreisten. Mit klaren Ergebnis. Ein Kind wäre eine Vollkatastrophe. Ich stehe zwar in einer Beziehung und alterstechnisch wäre es auch vertretbar, aber für mich hätte festgestanden dass ich es nicht behalte. Ich kann voll und ganz nachvollziehen, warum man kein Kind möchte. Danke für deinen offenen Umgang, ich hoffe dass dieses Thema endlich dadurch enttabuisiert wird. Es ist immer die Entscheidung der betreffenden Person, niemand hat das Recht diese beeinflussen zu wollen. LG

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  6. Liebe Justine, ich finde es sehr gut und mutig, dass du deine Erfahrung teilst. Ich bin selbst Mutter eines Säuglings, wollte das Kind unbedingt und bin sehr glücklich damit. Nichtsdestotrotz kann ich deine Haltung total verstehen. Du hast eine Entscheidung getroffen, die dein Leben und deinen Körper betrifft, und dazu hast du alles Recht der Welt. Die Reaktion deines Arztes finde ich unter aller Sau und frech. Es liegt nicht an ihm, deine Entscheidung zu bewerten. Kinder aufzuziehen ist eine große Aufopferung und in gewisser Weise zumindest für einige Zeit eine Selbstaufgabe, und dazu muss man gewillt und bereit sein. Alles andere wäre für beide Seiten fatal. Liebe Grüße, Katrin

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  7. Wichtiges Thema, man kann gar nicht oft genug darauf hinweisen. Daumen hoch!

    LG, Claudia

    Mutter von zwei großen Jungs
    und Nichtmutter von vermeintlichen Zwillingen

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  8. Das Schlimme an dieser ganzen Sache ist die Reaktion der Arzthelferin und des Arztes. Eigentlich unvorstellbar, dass man sich als Frau in einer so aufgeklärten Zeit immernoch als Gebärmaschine betrachten lassen muss.

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  9. Es tut mir aufrichtig leid für Dich, dass Dir eine an sich schon schwierige Entscheidung noch schwerer gemacht wurde!
    Ich selbst habe vor über 30 Jahren abgetrieben und trotzdem sehr viel mehr Verständnis erfahren: Der Arzt, der die Schwangerschaft festgestellt hat, hat mich zwar zu einem Kollegen überwiesen, da er selbst keine Abbrüche vornehmen wollte, aber weder hat man mir voreilig gratuliert, noch Vorwürfe gemacht. Das Beratungsgespräch war fair und sehr okay - niemand hat versucht, mich zu irgendetwas zu überreden.
    Der Schwangerschaftsabbruch durch Auslösung einer Fehlgeburt gehörte damals noch nicht zu den offiziellen Methoden, da wurde noch abgesaugt oder ausgeschabt. Körperlich war das belastender - vor allem dann, wenn die Betäubung nicht richtig wirkte - seelisch jedoch womöglich einfacher ...
    Ich habe nie ein Geheimnis daraus gemacht und ich finde es ausgesprochen wichtig, dass Frauen zu dieser Entscheidung stehen.
    Insofern hast Du nicht nur mein Mitgefühl, sondern auch meinen tiefen Respekt.

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    1. Vielen Dank für die lieben Worte. Wir müssen aufhören, daraus so eine gigantische Sache zu machen. Die freie Entscheidung ist nicht nur wichtig, sondern auch "normal".

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  10. Richtig Toll geschrieben! Ich hoffe es geht dir besser 😊
    Liebe Grüße Lena von www.allaboutliife.wordpress.com

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    1. Danke meine Liebe :) Ich kann mit meiner Entscheidung bisher sehr gut leben.

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  11. Ich finde es gut, dass Du darüber sprichst. Auch, wenn ich nie abgetrieben habe, kann ich Deine Gedanken gut nachvollziehen. Meine letzte Schwangerschaft war mehr als ungewollt, doch ich habe mich für das Kind entschieden. Die Folge: Depressionen während der Schwangerschaft und danach. Ich habe das Kind abgelehnt und drei Jahre gebraucht, bis ich es lieben konnte. Die Folgen muss mein Sohn tragen, denn er ist sehr unruhig und muss Stück für Stück lernen, mir und dem Leben zu vertrauen. Wer darüber urteilt, dass man sein Kind nicht haben möchte, versteht nicht, dass Mutterliebe sich nicht automatisch einstellt. Das ist nämlich das, was andere erwarten, dass man sein Kind liebt und es behalten will.

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    1. Ich denke auch das ist ein grundsätzliches Problem: Es gibt genügend Menschen die es gar nicht verstehen wollen. Danke das du uns deine Erfahrungen berichtet hast. Ich wünsche dir und deinem Sohn alles gute!

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  12. Liebe Justine,

    ich bin über Facebook über deinen Post gestolpert. Ich finde es nur mehr als legitim, dass man sich für oder gegen ein Kind entscheidet. Ich habe mich auch vor ein paar Jahren dazu entschieden, da ich eine Krankheit habe, die möglicherweise auch mein Kind haben könnte. Mir wurde dann auch schon Egoismus nachgesagt, da ich ja das Leben verweigern würde. So ein Bullshit!!! Ich will nun mal nicht, dass ein leibliches Kind krank ist.
    Dir wünsche ich weiterhin alles Gute.
    Liebe Grüße
    Julia

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    1. Danke Julia!
      Ich finde es sehr toll von dir, dass du eben nicht egoistisch bist und das Kind auf Gut Glück auf diese Welt bringst. Krankheiten sind da ein ziemlicher Knackpunkt finde ich ... Es gibt viele Kinder auf der Welt, die keine Eltern haben. Warum scheuen sich so viele vor einer Adoption, wenn der eigene Körper und ev. Krankheiten einem beim Kinderwunsch im Weg stehen?

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  13. Ich war nie in der Situation, habe das Szenario aber oft durchgespielt. Als ich mit meinem jetzigen Freund zusammen kam, haben wir oft darüber gesprochen, was passiert, wenn ich schwanger werden würde.

    Das Ergebnis: Ich weiß es nicht. Ich will jetzt keine Kinder. Ich möchte mein Studium in aller Ruhe machen, danach arbeiten gehen, irgendwann heiraten und dann... dann kann man mit ende 20 Anfang 30 über Kinder nachdenken... Doch wenn ich unerwartet schwanger werden würde weiß ich nicht, ob ich es übers Herz bringen würde - es ist immerhin ein kleines Leben das man da beseitigt. Für mein Gefühl ist das schon so etwas wie Mord.

    Vielleicht löst das jetzt das Augenrollen deiner punkigen Seele aus :D Aber mir ist sehr wichtig, was meine Familie von mir hält. Und ich weiß, dass meine Eltern strickt gegen eine Abtreibung sind. Ich glaube es würde mich fertig machen, wenn ich wüsste, was sie denken, auch wenn sie vorgeben mich bei allem zu unterstützen. Auch hier schwanke ich: möchte ich mir mein junges Leben durch ein Kind verstellen? Oder kann ich mit der Missachtung meiner Eltern leben?

    Ich glaube viele leiden unter einer Abtreibung so, weil es einem so schwer gemacht wird und man von allen Seiten zu spüren bekommt, dass sie das nicht dulden wollen.

    Ich finde es gut, dass du dich so entschieden hast. Alles Gute!
    Liebe Grüße > sara

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    1. Danke das du deine Bedenken hier mitteilst! Ich kann dich total gut verstehen - auch wenn ich keine klassischen Eltern habe, die gegen eine Abtreibung wären, sind es bei mir Freunde. Eine Freundschaft ist tatsächlich zu Bruch gegangen, weil sie mich nicht verstehen konnte. Für sie war es Mord, ich war eine Mörderin. Das war natürlich auch für mich sehr belastend. Es ist ja nicht so, dass man nicht leidet. Eine Abtreibung ist sehr belastend, auch wenn man sich sicher ist das Richtige zu tun.

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  14. Wenn man Sex hat, muss man immer damit rechnen, schwanger zu werden und dass auch mal die Verhütung versagen kann. Und wenn man das weiss, kann man beispielsweise zb mit Pille & Kondom verhüten - müsstest du, wenn du in Richtung Frauenheilkunde arbeitest, solltest du das sehr wohl wissen. Ein Kind bedeutet Verantwortung - mit 27 Jahren sollte man ja wohl so weit sein. Man muss keine Abtreibung vornehmen - es gibt auch andere Möglichkeiten, wie Babyklappe oder Pflegefamilie und gewiss gibt es auch Frauen, die sich ein Kind wünschen, aber keins bekommen können und für die dein Kind ein Segen gewesen wäre. In dem Moment kann man es sich nicht so einfach machen & einfach mal so abtreiben gehen, weil man sich der Verantwortung entziehen möchte - das, was zur Entstehung des Kindes oder der Kinder beigetragen hat, wolltest du ja sicher auch. Ich sehe es ein, wenn es sich um eine Vergewaltigung gehandelt hätte oder aber auch um starke Behinderungen beim Baby - wäre alles kein Thema. Aber Kinder, die wahrscheinlich gesund sind, einfach abzutreiben, finde ich nicht richtig. Ich bin selbst Mutter von 2 Kindern und wir möchten kein 3. Kind mehr, deswegen wird entsprechend vorgesorgt & wenn es denn doch passieren würde, würden wir das Kind behalten - denn es ist ein lebendiger Mensch, der geboren werden möchte. Vielleicht denkst du noch nicht jetzt darüber nach, aber du wirst dich unter Umständen immer fragen, wie als die Kinder jetzt sind etc. Aber vielleicht bist du auch einfach nicht reif dafür, dich der Sache zu stellen, daher bist du den einfacheren Weg gegangen. Und für mich ist es einfach Mord und du hast sogar 2 davon auf dem gewissen. Traurig..

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    1. Man muss keine Abtreibungen machen - aber man kann.
      Nur weil andere Frauen keine Kinder bekommen können, bin ich nicht in der Pflicht. Wer Kinder möchte kann sich auf der Welt umsehen. Wir sind viel zu viele Menschen.
      Vorsorgen kann man. Habe ich getan. Passieren kann man trotzdem.
      Hätte ich nicht abtreiben dürfen, hätte ich es selbst versucht. Egal wie, ich hätte keine Kinder zur Welt gebracht.

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    2. Ich war erst kürzlich in einem Kinderheim, in dem missbrauchte und misshandelte, traumatisierte Kinder leben. Es gibt bereits viel zu viele "ungewollte" Kinder auf diesem Planeten und genug, die adoptiert werden können... Auch ist längst bekannt, dass ein Baby auch im Bauch bereits wahrnimmt und so auch wahrnehmen würde, dass es nicht gewollt wird. ...

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  15. Du bist eine Mörderin.
    Verdreh die Worte ruhig. Trotzdem bist du Abschaum. Man hätte dich ins Klo werfen sollen und nicht da sarme Kind! Und was sagt der Vater dazu? Hätte er es nicht nehmen können ... Unfassbar .... keine Tiere essen aber Kinder umbringen.

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    1. Gegenfrage: Wie passt es zusammen Fleisch zu essen und dann zu behaupten jedes Leben wäre heilig?
      Wenn du den Post gelesen hast, stellst du fest, dass ich die Abtreibung nicht allein durchmachen musste. Mein Freund stand zu 100% hinter mir.

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  16. Ih finde es toll, dass du so ehrlich bist und das du dieses Tabu brichst. Ich habe in Facebook etwas verfolgt, was für Anfeindungen Mary und du euch geben musstest und ich war schlichtweg schockiert. Ich finde es beeindruckend, dass du so klar hinter deiner Meinung stehst und dein Ding machst.
    Abtreibungen sollten kein Tabu mehr sein. Viele Menschen sind sehr gegen Abtreibungen, ich finde das schlicht weg nicht sinnvoll. Gerade wenn man sich die Psychologische Seite anschaut, denn sowohl für das Kind als auch für die Mutter ist es nichts als scheiße, wenn das Kind kein Wunschkind ist und nur gekriegt wurde, weil es eben sein musste.
    Dieser Frauenarzt den du beschreibst ist wirklich das aller letzte... Und das man vorher noch so ein Gespräch haben muss wo man fürs Baby beschwatzt wird finde ich auch nicht sinnvoll. Man sollte niemandem etwas aufschwatzen was er nicht will und schon gar kein Kind.

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    1. Die Konfliktgespräche finde ich auch nicht gerade toll. Es sollte eher etwas freiwilliges sein, für Frauen die vielleicht wirklich nicht sicher sind, was sie tun sollen und welche Optionen es noch geben könnte ...
      Ich danke dir für dein liebes Kommentar und bin immer wieder froh, wie viele Menschen mich verstehen.

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  17. Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

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  18. Der Arzt hat eine freie Entscheidung getroffen. Es war sein Recht. Die Entscheidung über eine Abtreibung sollte von der Mutter und vom Vater getroffen werden. Nicht einseitig, leider ist es sehr oft so, dass der Vater kein Mitspracherecht hat. In diesen Fall waren die beiden für die Abtreibung. Die Menschen denken nicht an die Konsequenzen. Und alles soll man als normal ansehen? Wo jeder gesunde Menschenverstand schreit. Das ist nicht normal. Man weiß nicht, was für Gründe die Frau hatte, aber die Gründe, die Sie angibt, sind ausreden. Eine Abtreibung sollte nie etwas Normales sein, nur ein Gespräch und??? Ich hoffe, dass Du in der Zukunft es nicht bereust. Nicht jeder bekommt ein Kind vom Staat, weil man einen will oder man kann keine Kinder mehr bekommen.

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    1. Warum sollten die Gründe der Frauen Ausreden sein?
      Wenn man kein Kind will, muss man keines bekommen.
      Ich für meinen Teil bin sehr froh über meine Entscheidung und habe sie nicht bereut. Warum auch? Ich möchte keine eigenen Kinder. Ein "Kind vom Staat" muss ich auch nicht zwingend haben, ein "Kind aus einem echt beschissenen Land" würde ich eher als eine gute Entscheidung sehen. Aber Familienplanung ist etwas sehr persönliches, in dem jeder das Recht hat sich frei zu entscheiden.
      Ganz normal ;)

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    2. Ich gebe Dir recht, dass die Familienplanung etwas Persönliches ist. Was mich stört. Wenn man sicher ist, dass man keine eigenen Kinder will, gibt es medizinische Methoden die 100 prozentig sicher sind und man benötigt keine Pille mehr. Aber Du lässt Dir eine Tür offen. Wenn die Lebensumstände sich ändern, könnte es sein, dass Du Kinder haben willst. Ihr seid nicht die Ersten, die anders entschieden haben. Die Zukunft wird es zeigen. Und benutze nächstes Mal auch noch Kondome für eine bessere Sicherheit. Die härteren Texte werden vom Administrator entfernt. 😉

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    3. Du weißt doch gar nicht ob ich mich in Sachen Steri nicht schon habe beraten lassen ;)
      Eine Steri wird allerdings oft von Ärzten abgelehnt, wenn Frauen noch unter 30 sind. Ich muss also noch 3 Jahre damit warten. Auch diese ist übrigens nicht zu 100% sicher, außer die Organe werden komplett entnommen. Für den Körper an sich, ist ein Kondom + natürliche Schwangerschaftsverhütung auf jeden Fall das Beste. Das ist richtig. Trotzdem kann es passieren.
      Männer haben es im Punkt Steri tatsächlich einfacher. Bei meinem Freund lief es ohne große Probleme.
      Und ja ich lösche Dinge die nicht mehr enthalten als "Test" oder "Hure geh sterben".

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    4. Es sollte keine Aufforderung sein und ja für eine Frau ist es eine Operation für den Mann nicht. Der Text sollte diesen Textteil (Man weiß nicht, was für Gründe die Frau hatte, aber die Gründe, die Sie angibt, sind ausreden.) untermauern. Wenn man bestimmte Themen anspricht, bekommt man solche Beleidigungen und auch anderes. Es war mir zu viel Zustimmung auf dieses Thema. Das Kontra hat mir hier gefehlt. In Internet braucht man nur die richtige Webseite zu fragen und man bekommt für alles die Zustimmung. Das verfälscht die Wirklichkeit. Du bist in einem Alter, wo man „Täglich“ seine Meinung ändert. Vergesst die Operation, so was kann man nicht rückgängig machen.

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    5. Ah, alles klar :D Klassisches aneinander vorbei geschreibe.
      Das Kontra kommt noch etwas ausführlicher, denn ich habe auch noch mit einer Dame gesprochen die diesen Schritt sehr bereut hat.

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  19. Justine, ich bin begeistert von deinem emotionalen und so verdammt ehrlichen Blog! Und ganz besonders beeindruckt mich dieser Post! Ich bin ganz klar deiner Meinung und ich finde es unfassbar, dass du und jede, die so eine Situation durchmacht/ durchgemacht hat, sich immer noch dafür rechtfertigen muss. Ich werde jetzt öfter vorbei schauen und stöbern, hut ab! Liebe Grüße :)

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    1. Lieben Dank Yasmin! Es tut unfassbar gut, solche lieben Worte zu lesen!

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  20. Danke dass du diesen Text mit uns geteilt hast und es tut mir von Herzen Leid, was man hier zum Teil für böse Kommentare lesen muss... da bin ich regelrecht froh, dass ich bei FB nicht auch gucken war (und kann). Ich gehöre klar zur Fraktion 'jeder muss selbst entscheiden, eigenes Leben eigene Entscheidung' obwohl ich nie in der Situation war und voraussichtlich (hoffentlich) nie sein werde. Doch wie mit dir umgegangen wurde, sei es durch den Arzt oder sonstwem ist wirklich bedauerlich und spricht für einen Alltag ohne Empathie und die Möglichkeit sich in jemand anderen hinein zu versetzen. Macht mich traurig - aber dass du dies geteilt hast macht gleichzeitig ein wenig hoffnungsvoll, dass man in Zukunft offen über auch solche Themen sprechen kann. Danke dir!
    Lieben Gruß, Anna

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    1. Vielen Dank liebe Anna!
      Es tut immer gut solche Worte zu lesen.

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  21. Vielen Dank für diesen Beitrag. Ich weiß gar nicht warum ich anfange diesen Kommentar zu tippen. Ich hatte nie eine Abtreibung oder eine Schwangerschaft. Doch irgendwie fühle ich mich sehr betroffen. Gleich bei Beginn unserer Beziehung meine mein Freund, er würde von mir eine Abtreibung VERLANGEN wenn ich schwanger würde. Er ist kein böser Mensch. Wir sind nun 3 Jahre zusammen und wohnen auch zusammen, später hätte er vllt. Gerne Kinder aber im Moment würde er es einfach nicht wollen das ich mir/ wir uns die Zukunft verbauen da ich noch im Studium stecke mit 23. Früher habe ich auch immer gedacht ich würde ein Kind abtreiben wollen. Aber gerade diese Aussage regte mich an irgendwie zu rebellieren. Was hat er über meinen Körper zu bestimmen?!
    Sein Argument ist, dass ein Kind eine lebenslange Verantwortung ist, auch für den Mann. Und er findet dass daher auch der Vater ein Recht haben sollte ob es Zeit für ein Kind ist. Aber wenn es nun durch dummen Zufall doch passiert... Wie reagiere ich dann. Prinzipiell will ich auch kein Kind gerade... Aber ob ich es jetzt oder in 4 Jahren kriege... Dein Beitrag hat mich irgendwie sehr aufgewühlt, vielen DANK für deinen Mut und deine Ehrlichkeit.
    Theresia

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    1. Immer gern meine Liebe, ich hoffe Du musst so eine Entscheidung niemals treffen.

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  22. Hey, Ich finde deinen Text wirklich gut geschrieben und es tut mir leid das dein Arzt sich so verhalten hat. So sollte es definitiv nicht sein. Ich finde es wichtig das über das Thema gesprochen wird, denn es ist kein Tabu Thema meiner Meinung nach. Jeder sollte selbst entscheiden dürfen ob man abtreibt oder nicht. Und auch wenn man Verhütet kann etwas schief gehen, dass ist dann auch nicht provoziert oder dumm, wie viele es behaupten. Außerdem bist du gewiss keine Mörderin. Das was in der Zeit heran gewachsen ist war zu keinem Zeitpunkt lebensfähig. Somit ist das bullshit was einige hier von sich geben und dann auch noch feige und Anonym. Auch die Aussage " andere können keine Kinder bekommen..." Ja Und? Deswegen muss man noch lange nicht als Gebärmaschine hinhalten wenn sowas passiert. Allein die Schwangerschaft ist eine Prozedur der man nicht zugemutet werden muss... Ebenso die Geburt. Als ob das spurlos an einem vorbei gehen würde. Mir tun die Menschen leid die keine Kinder bekommen können, aber das als Grund zu nennen um das alles auf sich zu nehmen ist doch bescheuert. Könnt ja gerne Hobbymäßig als Leihmutter herhalten wenn ihr das alle so toll findet?

    Ich finde deine Entscheidung vollkommen in Ordnung! Und wünsche dir für deine Zukunft alles gute und lass dir nichts anderes einreden. Es ist dein Leben und dein Körper! Also hast du alles richtig gemacht.

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