Montag, 15. Januar 2018

Dogtalk: Ich weiß, dass du gehen musst



Manchmal fühlt man sich, als könnte niemand den Schmerz verstehen, den man empfindet. Jeder der mich kennt weiß, dass ich eine Hundemutter mit Haut und (Hunde)Haaren bin. Für meine alte Lady würde ich so ziemlich alles tun. Nachdem es im Sommer, so aussah, als würden ihr nur noch ein paar Wochen bleiben, zerbrach nicht nur meine kleine Welt, sondern auch ein Teil meiner Seele.
Ja, es klingt melodramatisch. Denn genau das ist es.
Meine Hundedame ist für mich ein Teil der Familie, mehr noch: Sie IST meine Familie. 
Während der letzten Jahre gab es nur eine wirkliche Konstante in meinem Leben und das war sie. Natürlich ist weiß jeder Hundebesitzer um die Sterblichkeit seines Vierbeiners. Trotzdem schmerzt es, wenn dieser Verlust immer näher rückt. Während ich mit Cosma im Wald herumlaufe, ihr heiß geliebtes Schweinchen in der Hand, versuche ich mir vorstellen, das es bald keine Spaziergänge mehr geben wird. Nicht mit ihr. Nicht so.
Allein der Gedanke daran sorgt dafür, dass ich weinen muss. Ich kann es nicht verhindern. Die Tränen überkommen mich einfach und fast sofort spüre ich ihre kalte, feuchte Nase an meiner Hand. Wir haben viel zusammen durchgemacht. Wir hätten ein Happy End verdient. Aber selbst das hat irgendwann ein Ende. 
Cosma lief mir im örtlichen Tierheim über den Weg. Obwohl ich es nicht wollte, verliebte ich mich sofort in sie. Die Anfangszeit war nicht so einfach. Sie ist eine sture Prinzessin und ich war überfordert. Dennoch rauften wir uns gut zusammen. Mehrere Umzüge und eine üble Trennung später waren wir mehr als nur Frauchen und Hund. Wir waren zusammen gewachsen, hatten gemeinsam einen herben Verlust überstanden und sogar angefangen im selben Bett zu schlafen.
Wir ließen sogar einen neuen Mann in unser Leben, wenn auch am Anfang ziemlich skeptisch. 
Beide. 


Und dann kam die Diagnose. 

Sonntag, 14. Januar 2018

Ja, ich habe abgetrieben - Ein Interview

Es ist für viele Menschen nicht leicht, über dieses Thema zu sprechen.
Die Meinungen gehen teilweise so stark auseinander, dass eine ruhige und sachliche Diskussion nicht möglich ist. Dennoch kann man nicht leugnen, dass jeden Tag Abtreibungen vorgenommen werden. Wie sich die Frauen und potenziellen Nicht-Väter dabei fühlen, wird gerne verschwiegen. Nach dem ich meine persönliche Erfahrung zum Thema geteilt habe und auch die einer Blogger Kollegin, geht es heute um Anna. (*der Name wurde zum Schutz geändert.)
Anna ist ebenfalls Bloggerin. Doch für sie kommt es nicht infrage öffentlich und ohne Schutz über ihre Abtreibung zu sprechen. Umso überraschter war ich, als sie sich dazu entschied ein Interview via Skype mit mir zu führen. 


Vielleicht beginnst Du damit in was für einer Situation Du warst, als dir bewusst wurde, dass Du schwanger bist. 

Anna:
Ich war damals 21. 
Mein Berufsleben fing gerade erst an. Die Ausbildung war zu Ende, die Beziehung wurde ernster. Wir wollten zusammen ziehen. 
Und dann blieb meine Regel aus. Zu erst dachte ich mir nicht viel dabei.

Wann hast Du einen Test gemacht?

Anna:
Als mir klar wurde, dass ich schon 4 Wochen drüber bin.
Es war eine stressige Zeit, ich habe einfach nicht darauf geachtet. 

Wie hat sich das Ergebnis angefühlt?

Anna: 
Ich habe den Test ohne meinen Freund gemacht. Auch er hatte zu dieser Zeit viel Stress. Ich wollte nicht, dass ich vielleicht ganz ohne Grund Panik mache. Also habe ich den Test in meiner Mittagspause auf der Damentoilette gemacht.
Ich könnte jetzt behaupten, dass ich völlig geschockt war. Aber eigentlich war es eher ernüchternd. Da war dieses kleine Plus. Einfach nur ein Zeichen, dass mir sagte das ich schwanger war. 

Was passierte dann?

Anna (lacht):
Ich bin wieder arbeiten gegangen. 

War Dir zu diesem Zeitpunkt schon klar, dass Du dieses Kind nicht austragen willst?

Anna: 
Ich glaube schon. Es ist schwer zu erklären. 
Die Tage nach dem Test war kaum Zeit darüber nachzudenken. Ich war wie automatisiert. Irgendwie schaffte ich es sogar zwischen meinem Job und dem Umzug, einen Termin beim Frauenarzt zu machen. Meinem Freund sagte ich noch immer nichts. 

Warum nicht?

Anna (überlegt): 
Ich glaube ich hatte Angst. 

Vor seiner Reaktion?

Anna:
Oder von meiner. Ich bin mir nicht sicher. 
Ich glaube, dass ich dieses Kind nicht haben will, wurde mir erst klar, als ich beim Arzt das Ultraschallbild sah und absolut nichts fühlte. Alle berichten immer darüber wie schön es ist, dieses kleine Wesen zu sehen. Alles was ih gespürt habe war Ekel. Ich wollte nur, dass es wieder aus mir raus kommt. 

Mittwoch, 10. Januar 2018

Meckermittwoch: „Oh nein, meine Klicks gehen runter!“ - Warum der Content tot ist und Clickbait-Puff lebt



In der Bloggerwelt ist es manchmal ziemlich vorhersehbar. Immer wenn Google, YT, Instagram, FB, Twitter oder sonst eine Plattform etwas an ihren Algorithmen ändert, hagelt es sofort Beschwerden:

„Meine FB Reichweite ist ja gesunken, wie soll ich denn da noch Menschen erreichen?“
„Meine YT Karriere ist quasi zu Ende!“ 
„Hilfe wie bekomme ich meine Klicks wieder hoch?“

Jede FB-Gruppe, jedes Forum zum Thema bietet die gleiche Palette an Fragen an. Ich reagiere fast immer gleich, lege den Kopf schief und nippe an meinem Kaffee, während ich darüber nachdenke ob, es tatsächlich ein Problem gibt. 
Ich bin niemand, der leugnen würde, dass Klicks und Likes einem Blogger etwas bedeuten. Was ich jedoch nicht verstehe, ist, dass scheinbar alles nur noch darauf hinausläuft, hübsche Zahlen zu haben. Mein kleiner bescheidener Blog spielt nun wirklich keine große Rolle, aber bisher habe ich kaum etwas davon bemerkt, wenn irgendwelche Seiten irgendwelche Algorithmen verändert haben. Wahrscheinlich, weil es an meinem Blog nichts ändert. Ich poste und schreibe über die gleichen Themen, habe die gleichen Stammleser und ab und zu gewinne und verliere ich jemanden dazu. Thats it!

Freitag, 5. Januar 2018

Justine privat - All the girls that don't have sex

Sex ist sehr unkompliziert, wenn man von keinem Komplex, sondern von einem Bedürfnis geleitet wird.
Georges Simenon

„Du lachst mich nur aus“, klagt sie noch, ehe ich mich überhaupt äußern kann. In dem kleinen Café ist kaum etwas los, doch sie spricht trotzdem leiser. Ganz so, als hätte sie Angst, der englische Geheimdienst würde ihre Beziehungsprobleme ausspionieren. Die Kellnerin ist jedoch die Einzige, die uns ab und zu einen Blick zuwirft. Ich kann es ihr nicht verdenken, ihre Schicht ist mehr als ruhig.
„Ich lache doch gar nicht“, wehre ich also ab und lehne mich etwas zurück. Die letzten zwanzig Minuten habe ich nichts anderes getan, als ihr aufmerksam zu zuhören. Beziehungen sind eine komplizierte Geschichte, gerade wenn sie schon etwas länger gehen. „Ihr habt also immer weniger Sex“, fasse ich die Wahrheit zusammen und zucke mit den Schultern, während ich mir an meinem Soja Latte die Hände wärme. „Das ist bei vielen Paaren so.“
„Du verstehst nicht“, haucht sie und wagt es kaum mir in die Augen zu sehen. „Wir haben nicht wenig Sex … Wir haben gar keinen.“ 
Ich runzle die Stirn. Okay ich gebe es zu, das kam (mal wieder) unerwartet. Vor mir sitzt eine wunderschöne junge Frau, die gerade mal die Mitte der Zwanziger erreicht hat und im Gegensatz zu mir locker in eine 34 passt schon sexy ist, wenn sie sich nur eine Strähne hinters Ohr schiebt.
„Okay, seit wann?“ 
„Mehr als einem Jahr.“
Ich schweige kurz und stelle meine Tasse wieder ab. Dieses Gespräch entwickelt sich doch etwas anders als gedacht. „Und woran liegt es?“, fühle ich also nach und sehe ihr förmlich an, wie schwer es ihr fällt, darüber zu reden. Inzwischen ist es völlig normal darüber zu reden, dass man Sex hat - das neue Tabuthema ist offenbar, was passiert, wenn man keinen hat. 



„Wir wollen einfach nicht“, meint sie weiter. „Wir waren noch nie sonderlich leidenschaftlich, jedes Mal wenn wir Sex hatten, war es eher … als müssten wir das tun, weil wir eben ein Paar sind.“ 

Dienstag, 2. Januar 2018

Buch des Monats: Mary Shelley - Frankenstein


*Dieses Buch wurde mir vom Verlag zugeschickt! Vielen Dank!

Kurz Infos:
Titel: Frankenstein
Autor/en: Mary Shelley
Preis: 22,00 


ISBN: 3717523708 
EAN: 9783717523703 
oder Der moderne Prometheus. Roman. 
Übersetzt von Alexander Pechmann 
Manesse Verlag 
2. Oktober 2017 - gebunden - 460 Seiten
"Eine der großen moralischen Erzählungen der europäischen Literatur." 
(Jürgen Kaube, Frankfurter Allgemeine Zeitung) 

Die Faszination des Frankenstein-Mythos ist bis heute ungebrochen. Mary Shelleys spannendes Meisterwerk lotet die Grenzen unserer Fantasie aus und erweckt einen ewigen Traum zum Leben: den Traum von der Erschaffung eines menschenähnlichen Wesens. Nach Jahren des Experimentierens ist es dem ehrgeizigen Forscher Victor Frankenstein gelungen, aus toter Materie einen künstlichen Menschen zu erschaffen. Doch das Ergebnis seiner alchemistischen Versuche erschüttert ihn bis ins Mark. Entsetzt überlässt er das Wesen seinem Schicksal. Dessen verzweifelte Suche nach Nähe und Akzeptanz endet in Chaos und Verwüstung. Als das Wesen nach und nach Rache an Frankensteins Familie nimmt, beschließt dieser, seine Kreatur zu jagen und zu töten... Das Erstlingswerk einer 19-Jährigen entstand als Gruselgeschichte zum Vorlesen im Freundeskreis. Der jungen Mary Shelley gelang einer der berühmtesten Romane der Weltliteratur, der seit nunmehr 200 Jahren und auch heute noch gültige Fragen zur Verantwortung des Menschen über seine Schöpfung stellt. Zum Jubiläumsjahr veröffentlichen wir eine Übersetzung der Urfassung von 1818.
Um das Buch zu kaufen, klicke einfach auf das Bild!
Meine Meinung:

Ein neues Jahr hat begonnen und ich mache gleich mit meinen guten Vorsätzen weiter. In diesem Jahr möchte ich gerne Bücher von Autorinnen vorstellen, die mir besonders gut gefallen haben. Dabei kann es von Klassikern, über Sachbücher bis hin zu Indie-Autoren so ziemlich alles geben. 
Heute beginnen wir mit einem absoluten Klassiker, den viele kennen aber die wenigsten gelesen haben: Frankenstein. 
Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass auch ich mich lange um dieses Buch herum gedrückt habe. Klassiker haben den Ruf sich schwer zu lesen. Diesen Eindruck konnte ich hier allerdings so gar nicht bestätigen. Mary Shelley kann einfach schreiben. 
Man ist sofort in der Geschichte und fiebert sofort mit, obwohl eigentlich jeder den Ausgang des Buches kennt. Dennoch werden Hardcore Horrorfans wohl enttäuscht werden - in den klassischen Gruselgeschichten geht es um mehr, als das reine Blutvergießen. 
Dieser Roman ist so Zeit los, weil er den Schrecken der Wissenschaft mit unseren Urängsten verbindet. Es ist die Geschichte eines überheblichen Mannes, der künstlich einen Menschen erschafft, und danach die Konsequenzen tragen muss. Nach inzwischen 200 Jahren ist dieses Thema so aktuell wir nie. Mary Shelley war nicht nur ihrer Zeit voraus, sondern ist es noch immer. 
Das gesamte Konstrukt des Buches ist eher philosophisch, es behandelt die immer wiederkehrende Frage, ob der Mensch in seinem Handeln nicht zu weit geht. 
Unglaublich schön, erschreckend und voller Herzschmerz aus den verschiedensten Gründen. Für mich ein absolutes Muss in meinem Bücherregal. 




Freitag, 29. Dezember 2017

#alldenimlook - Secondhand Levis Outfit

Haare: Directions
Schuhe: Mädchenflohmarkt
Hose & Jacke: Levis - Ebay Kleinanzeigen

Mode ist etwas, was unheimlichen Spaß macht. 
Während in vielen Teilen der Erde Klamotten nichts anderes sind, als eine Notwendigkeit, haben wir das große Glück, ihnen eine höhere Bedeutung zu geben. Mode unterstreicht unsere Persönlichkeit, hilft uns unser Selbstbewusstsein zu pushen und sorgt nebenher auch noch dafür, dass wir ein Thema haben, über das wir uns auslassen können. 
Trotz all dieser schönen Seiten, ist Mode dennoch immer mit Vorsicht zu genießen. Denn auch wenn wir gerne die Augen davor verschließen, die meisten Labels sorgen nur in unserem Teil der Welt für Entzückung. 
In anderen Ländern sind sie ein anderer Name für Sklaventreiber. 
Das klingt ganz schön hart? Das ist es auch. 
Massenproduktion ist nicht nur bei Tieren ein Problem. Die Bedingungen für asiatischer, indischer und sonstiger Textilarbeiterinnen sind immer noch eine völlige Katastrophe. Obwohl die Meisten zumindest bei Todesfällen betroffen reagieren, wird fleißig weiter billig geshoppt. Das ist nicht nur traurig, das ist barbarisch. Wer sich zu diesem Thema einmal näher informieren möchte, dem kann ich diese Seite empfehlen: 

Dennoch haben nicht alle von uns das Geld, den gesamten Kleiderschrank auf faire Mode umzustellen. 
Ich leider auch nicht.
Mütze: Motte Klamotte
Arsch: gute Gene 

Mittwoch, 20. Dezember 2017

Meckermittwoch - Weihnachtsstimmung


„Und? Schon alles geschmückt?“
Ich runzle die Stirn und sehe meine Kollegin skeptisch an. „Bitte, was?“
Nun ist sie es, die etwas verstört aussieht. „Adventszeit?“
In meinem Kopf macht es klick und ich zucke innerlich ein wenig zusammen. „Ähm, nein. Ich feier Weihnachten nicht“, antworte ich und ringe mir ein Lächeln ab. Alle Jahre wieder führe diese Unterhaltung und in den wenigsten Fällen endet sie sehr erbaulich. Ich beuge mich über den Kopierer und versuche besonders beschäftigt auszusehen. 
„Oh, warum das nicht?“
Weil ich keine Lust darauf habe den Konsumwahn zu frönen und ihm zu ehren eine arme Gans abzuschlachten. 
„Ist einfach nicht mein Ding“, entgegne ich diplomatisch und weiche dem irritierten Blick aus. Gerade musste ich aus einer völlig überfüllten Bahn flüchten und mich einmal quer durch die Stadt und über den überfüllten Weihnachtsmarkt quetschen. Während Last Christmas in meinen Ohren dröhnte, bin ich fast über eine Horde schreiender Weihnachtsengel gestolpert. Mein Bedarf ist für heute mehr als gedeckt. 
„Und was ist mit deiner Familie?“, fragt meine Kollegin und stemmt die Hände in die Hüften, als würde sie darauf warten mich tadeln zu müssen. 
„Meine Familie ist nicht in der Stadt und ich arbeite ohnehin an den Feiertagen“, meine ich und versuche angestrengt nichts zu sagen, was mich noch mehr in die Zwickmühle bringt. 
„Du arbeitest? An Weihnachten?“
„Ja.“
Sie stößt einen langen Laut aus, der klingt als hätte der Weihnachtsmann persönlich am 24.12. Urlaub eingereicht. 
„Ich kann nicht glauben, dass du einer der Weihnachtshasser bist“, meint sie und schüttelt den Kopf.
„Ich …“
Ja, ich hasse Weihnachten. Es geht mir auf den Sack, dass alle ihre Kreditkarten überziehen, man sich genötigt fühlt Dinge zu kaufen, die keiner braucht und überall die gleichen Lieder laufen. 
„… hasse Weihnachten nicht direkt.“
„Und warum feierst du es dann nicht?“
„Warum sollte ich?“
„Bist du jüdisch, oder sowas?“

Freitag, 15. Dezember 2017

Justine privat - Ich will kein schlechter Mensch mehr sein


Es ist einer dieser Tage. Meine Gedanken überschlagen sich und formen unfreundliche Wege, auf denen mein schlechtes Gewissen in ausschweifenden Schlangenlinien laufen kann.
„Findest du nicht, dass du etwas zu hohe Ansprüche an dich selbst hast?“, fragt er und sieht mich von der Seite aus an. Ich mag ihn. Aber wirklich hilfreich ist er in dieser Situation nicht. Es ist für mich immer schwer, anderen zu erklären, wo mein schlechtes Gewissen herkommt. Die meisten Menschen denken nicht halb so viel nach wie ich. Dennoch spüre ich das erwartungsvolle Augenpaar, das noch immer auf mir ruht. 
Ich versuche allerdings nicht auf diesen Blick zu reagieren. „Wenn ich keine Ansprüche an mich selbst stelle, kann ich das wohl kaum von anderen Menschen um mich herum erwarten“, antworte ich etwas grimmig und rutsche auf meinem Stuhl hin und her. Dieses Thema ist mir unangenehm. Nicht, weil ich nicht gerne rede. Das mache ich eigentlich immer. Oft zu laut. 
„Ja, aber du musst dich mit der Tatsache abfinden, dass du nicht die ganze Welt retten kannst. Selbst wenn du es möchtest.“
„Ich habe mir kein Cape umgehängt - ich versuche nur meinen Konsum von Dingen zu reduzieren, die dafür verantwortlich sind, dass andere leiden.“
„Ja, und das ist toll. Aber du setzt dich so sehr unter Druck, dass ich mir Sorgen mache.“
„Mach dir lieber um unseren Planeten sorgen, statt um mich.“
„Mit dem Planeten kann ich aber aktuell nicht reden.“
„Nein, aber ich setzte mich nicht zu sehr unter Druck. Ich bin es nur leid ein schlechter Mensch zu sein.“
„Du bist kein schlechter Mensch.“
„Jetzt gerade vielleicht nicht, aber ich habe eine ganze Reihe von schlimmen Dingen getan. Ich war feige, egoistisch und eine Person um die man besser einen gewaltigen Bogen macht. Aber jetzt bin ich das nicht mehr. Ich bin besser geworden - und ich habe einfach Angst.“

Mittwoch, 13. Dezember 2017

5 faire Geschenkideen

Inzwischen ist es wieder so weit - alle rasten aus und prügeln sich in den Innenstädten um die schönsten Geschenke. Da es für mich und meine Liebsten allerdings herzlich wenig in den herkömmlichen Läden gibt, kann ich mich entspannen. 
Ja, ich gebe es zu: Ich bin eine von denen, die ihre Weihnachtsgeschenke schon übers Jahr verteilt einkaufen oder sich zumindest Notizen machen. Doch heute geht es nicht um die Planung, sondern um die Ideen im Allgemeinen. 
Ich bin mir fast sicher, dass nicht nur ich in einem moralischen Dilemma stecke. Weihnachten ist das Fest des Konsums, ich selbst möchte genau gegen diesen Überkonsum etwas tun. Wie mache ich das also, ohne dass alle um mich herum nur "Öko" Geschenke bekommen?
Ihr werdet es erfahren ...



1. Menstruartionstassen 

Ich bin ein Fan von Dingen, die man oder in diesem Fall Frau, braucht. Nichts ist für mich selbst schlimmer, als Dinge zu bekommen, die dann vor sich hinstehen, ohne Beachtung zu finden. Weil ich außerdem auch ein großer Freund von Nachhaltigkeit bin, habe ich mir angewöhnt all meinen Freundinnen, die noch keine Tasse benutzt haben, eine zu schenken.
Dabei ist es egal ob Weihnachten, Ostern oder zum Geburtstag. 
Viele scheuen sich davor, den Tassen eine Chance zu geben. Immerhin kosten die guten Modelle auch etwas mehr, als eine 100er-Packung Tampons. Natürlich "traut" sich das nicht jeder. Doch bisher kamen die kleinen bunten Tassen als Geschenk immer bestens an!

Eine tolle Auswahl an Tassen findet Ihr hier: http://www.erdbeerwoche.com/

Mittwoch, 6. Dezember 2017

Meckermittwoch - Generation V

"I wanna taste love and pain
Wanna feel pride and shame
I don't wanna take my time
Don't wanna waste one line
I wanna live better days
Never look back and say
Could have been me
It could have been me"
THE STRUTS - Could Have Been Me

Wir sind nicht die Generation XYZ, sondern V - wie verkackt. 
Wir wissen nicht was wir wollen, wir können keine "normale " Beziehung führen und ohne ein Smartphone geht absolut nichts mehr. Wir wissen nichts mehr, wir googeln nur noch. Statt eine Sprache neu zu lernen, benutzen wir den Online Übersetzer. Wir gehen nicht mehr auf Demos, sondern lieber feiern und schaukeln uns die Eier(stöcke) während wir auf Twitter und Instagram rum motzen, wie beschissen die Gesellschaft doch ist. 
Wir sind Verlierer.
Wir haben uns selbst verloren und beschuldigen die letzten Generationen, dass es ihre Schuld sei. Kiffen ist unser neuer Nationalsport, wir sind gut darin. Die großen Philosophen dieser Welt, die untätig in den Badewannen Fremder liegen und in ihrem eigenen Erbrochenen die Zukunft sehen. 

Sonntag, 3. Dezember 2017

Ja, meine Freundin hat abgetrieben - und ich wollte das Kind

Dieser Gastpost ist etwas ganz anderes. 
Denn dieses Mal ist es ein Erfahrungsbericht von der anderen Seite. 
Eric* (Der Name wurde auf Wunsch geändert) kam auf mich zu und bat mich, seine Geschichte erzählen zu dürfen. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich lange überlegt habe. Zum einen hatte ich Angst, dass dieser Post in die Richtung „Die böse Frau hat mein Kind umgebracht“ geht. Auf der anderen Seite wollte ich natürlich auch gerne einmal den Blickwinkel des Mannes beleuchten. Doch bevor ich weiter große Reden schwinge, lass ich einfach Eric zu Wort kommen:



Meine Freundin stand weinend vor mir. 
In ihrer Hand hielt sie den Schwangerschaftstest. Das Plus schien mir regelrecht entgegen zu leuchten. An dieser Stelle muss ich mir wohl eingestehen: ICH WAR SCHULD. 
Wir waren gerade um die 2 Monate zusammen - und eigentlich taten wir nichts anderes als übereinander herzufallen. Bisher war also nicht von Familienplanung zu reden. Trotzdem hatte ich mich recht schnell geweigert Kondome zu benutzten. 
Ich mag die Dinger einfach nicht und in den letzten 26 Jahren war ich in jeder längeren Beziehung mit Pille und „Ich zieh ihn vorher raus“ gut klar gekommen. Doch in diesem Moment war mir bewusst, dass ich es war der ihr eingeredet hatte, dass nichts passieren konnte. 
Trotzdem es völlig ungeplant und schlecht in meinen Zeitplan passte, war mir schon jetzt klar, dass ich gerne Vater werden würde. 
Meine Freundin sah das ganz anders. Ich habe wirklich versucht sie nicht zu bedrängen und ihr nicht zu sagen was sie tun soll, dennoch durfte ich zum Arzttermin nicht mitkommen. Sie wollte es nicht. Vielleicht hatte sie Angst, dass ich dem Arzt sagen würde, dass ich das Kind wollte. Ich weiß es nicht und es ist auch egal.
Sie war in der fünften Woche. 
Als sie zu mir kam, gab sie mir das Ultraschallbild und ich spürte sofort, dass diese kleine Wesen ein Teil von mir war. Von uns Beiden. 
Aber sie konnte diese Gefühle nicht verstehen. Für sie war es eine einzige Horrorshow. Tagelang weinte sie, übergab sich und sagte immer wieder wie dumm sie war. Dabei war ich ja eigentlich der Schuldige. 
Wir diskutierten viel.
Ich sagte ihr all die Dinge von denen ich dachte, dass Frauen sie in solchen Situationen hören sollten:

Ich werde dich mit dem Kind nicht alleine lassen. 
Ich stehe zu dir, egal wie du dich entscheidest.
Ich werde dich nicht verurteilen. 

Dogtalk: Ich weiß, dass du gehen musst

Manchmal fühlt man sich, als könnte niemand den Schmerz verstehen, den man empfindet. Jeder der mich kennt weiß, dass ich eine Hundem...